Aaachja, das neue Semester hat begonnen. Für mich auch gleich an einer neuen Uni (HHU), weil ich einfach mal nen Studiengang-/Tapetenwechsel brauchte. Das bedeutet natürlich auch, dass mich neue Gesichter erwarten.

Während ich an meiner letzten Uni (KMU) jeden Morgen das Gefühl hatte, 5 Jahre in die modische Vergangenheit zu reisen, begegnen mir an der neuen überwiegend snobbige lackschuhtragende Kerlchen, die höchstwahrscheinlich von Mutti eingekleidet werden, um als bestgekleidetster BWL-Student des Monats gewählt zu werden; sowie Girlies in schwarzen Strumpfhosen und Pseudo-Uggs. Grade in meinem Studiengang hätte ich mit mehr Nerds gerechnet, und vorallem mit mehr Lesben, die auch nach Lesben aussehen. An meiner vorherigen Uni war es so leicht, die Mädels vom anderen Ufer auszumachen, anhand der Schlabberklamotten, komischer Frisuren oder dem klassischen 90er Look: Dreads, Nasenpiercing, Tanktop, Cordhose (natürlich in Erdfarbtönen) und dicke Boots.

Jetzt allerdings hab ich den Eindruck, dass zumindest optisch ein enormer Schwulenüberschuss herrscht. Das mag vielleicht daran liegen, dass alle von sich/Mutti aus overdressed sind, oder die Schwulen geben in Sachen Mode einfach den Ton an und schüchtern den Rest ein, sodass sich alle anpassen. Schließlich will ja niemand negativ auffallen und zum Opfer schwulen Gespötts werden…

Bisher hab ich grade mal eine eindeutige Lesben entdecken können (weite khakifarbene Hose; grüner Kapuzenpulli; kurze, wuschelige, blondierte Haare, schwere Armbanduhr, männliche Gestik) und komme mir ziemlich einsam vor. Ok, ich bin jetzt auch keine, deren Optik laut HOMO in die Welt schreit, aber ich bin längst nicht so ein Modepüppchen wie der Rest der Studentinnen (ich trage: Vans, Skinnies, T-Shirt (AUS DER FRAUENABTEILUNG!!), Kapuzenjacke aus dünnem Stoff). Vielleicht werde ich auch nicht erkannt?

Nunja, die Frage, die sich mir stellt, ist eben: Versteckt ihr euch, oder gibt es euch einfach nicht?

von Mush No.2