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Mush(s) online
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Mit dem diesjährigen Anbrechen meines Wortmann-AG Adventskalenders (hell yeah, “IT’s my World”) wurde mir mal wieder bewusst, dass Weihnachten sich auf den Weg machte. An und für sich kein Problem, Ideen für Geschenke waren schnell gefunden und Schotter hatte ich dieses Jahr auch endlich mal genug. Aber begleitend zur Vorfreude des Beschenkens und Beschenktwerdens kam da auch das mulmige, unangenehme Gefühl hoch, Weihnachten zwar mit meiner Familie zu feiern, aber leider ohne meine Freundin.

Nun ist es zwar so, dass ich in meiner Familie komplett geoutet bin, aber irgendwie wird es nach wie vor totgeschwiegen. An gnädigen Tagen wird am Telefon mal ein ein pluralisierendes “t” ans “schlaf gut” gehängt, doch die Überwindung, die es zu kosten scheint, spürt man selbst durch den Hörer über 230km Distanz wie einen Schlag ins Gesicht. Ich lasse mir nichts anmerken, freue mich naiverweise sogar eher noch, weil ich dadurch die Hoffnung vermittelt bekomme, dass meine Freundin nun endlich an meiner Seite als solche akzeptiert wird und nicht nur als meine “Mitbewohnerin”. Schließlich sind wir seit gut anderthalb Jahren zusammen und teilen fast ebensolange Bett und Tisch miteinander. Bis dahin war es ein langer Kampf, der teils eher unterschwellig brodelte und an aller Nerven zerrte; hin und wieder hochkochte und durch meinen Auszug aus dem Dorf in die “Großstadt” irgendwie eine andere Dimension annahm: Schweigen.

Diese heimliche, latente Ignoranz, eine gefährliche Mischung aus Angst (wovor auch immer… Gespött der anderen Dorftrottel etwa, die selber genug Dreck am Stecken haben? Ich bin schließlich nicht der erste Homo in diesem Scheißnest, und ansteckend bin ich auch nicht…), unterdrückter Neugier und Wasweißichundeigentlichisetmirauchejal…

Es ist ungesprochenes Gesetz, ihren Namen nicht zu erwähnen. Jenes “Gesetz” breche ich aber nur zu gerne. Nicht etwa, um zu provozieren, sondern um die Existenz meiner Freundin nicht zu leugnen. Schließlich stehe ich zu und hinter ihr und das kann mir keiner nehmen. Was mir allerdings genommen wurde, ist das Recht/Privileg(?), die Person mit nach Hause zu nehmen, die ich liebe. Während meine Geschwister fröhlich ihre Partner(innen) mit anschleppen (die teilweise nicht einmal am Familienleben interessiert sind, sondern lieber faul im Bett liegen bleiben, obwohl für sie mitgekocht wurde), bleibt mir einmal im Monat nichts anders übrig, als meine Freundin weinend zurückzulassen.

Es bricht mir jedes Mal das Herz und an Weihnachten sogar noch ein bisschen (viel) mehr. Denn während ihre Eltern sogar davon ausgingen, dass ich Weihnachten mit ihnen verbringe, ist es seitens meiner Familie einfach selbstverständlich, dass ich alleine komme. Und während mein Bruder heute mehrfach gefragt wurde, ob und wann denn seine Freundin endlich kommen würde, war ich scheinbar von keinem Interesse. Oder niemand traute sich zu fragen, schließlich könnte das Pulverfass auf dem ich sitze ja mitsamt meiner Familie in die Luft gehen. Ja, meine Homosexualität reißt uns alle ins Verderben… Moment, ich bin mal eben im Keller, zum Lachen.

Einen winzigen Lichtblick gab es ja dann doch: Als meine Oma (väterlicherseits) mir ihr Geschenk gab, flüsterte sie mir zu, dass da auch was für meine Freundin dabei wäre. Der Familienteil, von dem ich es am Allerwenigsten erwartet hätte [eigentlich ist die Gute eher ne Dramaqueen und ne richtige Insiderin, wenns um den neuesten Klatsch und Tratsch aus unserem Kaff geht (Hier gibt es halt sonst nichts.)], geht am Coolsten damit um! Ich war ja neulich schon so überrascht, als sie nach einem Foto von meiner Freundin fragte und dann auch noch meinte, sie hätte schöne Haare (hat sie tatsächlich)… Aber das da war wirklich ne freudige Überraschung. Nur, noch nen Tacken schöner wärs gewesen, wenn sie es ihr persönlich hätte überreichen können.

So bleibt mir auch dieses Jahr, an unserem zweiten “gemeinsamen” Weihnachten, nichts anderes übrig, als über Handy und Internet Kontakt zu ihr zu haben, anstatt in diesen Tagen abends neben ihr einzuschlafen. Mir gehts nicht gut dabei.

Mush No.2

(via nannyjuliusboo)

Quelle: gay-men

Haha!

Haha!

(via femalequality)

Quelle: mrscherylcole

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Kennt ihr das? Diese Never ending story Beziehungen…schrecklich! Gerade in der Les-Szene ist das wohl ganz normal.

Ich hab Beziehungen zu Männern gehabt und Beziehungen zu Frauen und gerade Homo-Beziehungen sind da einfach anders als ne typische Mann / Frau Geschichte.

Meine Beziehungen zu Frauen waren eh viel intensiver als zu Männern, vielleicht ist das ja generell so und deswegen gehen die Beziehungen nie wirklich auseinander.

Meine never ending story läuft nun schon seit mehr als 3 Jahren…oder sogar 4 - keine Ahnung! Zusammen, auseinander, im Suff wieder gevögelt und zack hängt man wieder täglich zusammen, genießt das Leben und schwubs ist man wieder in der Beziehung, die man ja eigentlich beendet hatte, da es einfach nix bringt.

Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass die ganze Scheiße eigentlich keinen Sinn macht. Doch ein Kuss katapultiert einen immer ganz schnell wieder in ein Beziehungs-Koma. Irgendwie wacht man daraus nicht auf und genießt einfach den geilen Kuss und die Zeit miteinander und das Lockere, das in der Beziehung gefehlt hat - da es einfach zu viele Probleme gab. Leider bleibt es nicht bei dem Abend, bei dem einen Kuss, sondern man steckt direkt wieder mittendrin! Scheiße ist das!

Warum machen wir das? Weil wir es einfach nicht wahr haben wollen. Wir sehen gerne das Gute in einer Person, die schöne Zeit und ja, irgendwie hat es ja auch was mit der fucking Liebe zu tun! Wer liebt, der opfert auch was und meistens ist das die Objektivität!

Was hilft also? Reden! Nachdenken und sich einfach mal fragen, will ich in einem Jahr weiterhin den Scheiß mitmachen? Eine On / Off Beziehung führen und auf jeder Party nein zu jemanden sagen, weil da ja eine Person ist, der ich was bedeute - die mir eigentlich auch was bedeutet - die mir aber absolut nicht gut tut! < und da sind wir bei dem Punkt um den es die ganze Zeit geht!

Liebe soll einem gut tun und einen nicht fertig machen! Nicht jede Beziehung ist die einzig Wahre!

close your eyes

clear your heart

let it go!

Und meine meine never ending story? Ist officially been pimped ähm beendet :)

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Nach fast jedem Beziehungsende bleibt eine zurück, für die sich sich Welt weiterdreht und eine, für die sie stehenbleibt. Letztere sind die, für die das Ende meist unerwartet und grundsätzlich ungewollt kam, und deren Gefühle noch präsent sind. Während diese also das Aus noch verkraften, ziehen die Schlussmacher bereits weiter, haben vielleicht sogar schon ne neue Schnalle ins Auge gefasst oder lieben es einfach, sich frei und ungebunden durch die Laken ziehen zu lassen.

Dieses Ende ist aber zugleich der Startschuss für einen unerbittlichen Konkurrenzkampf, der sich weniger öffentlich als einfach nur in den Köpfen der beiden Ex-Partnerinnen abspielt. Wer kriegt zuerst jemanden ab, wer ist schneller über die andere hinweg, wer ist glücklicher, wer hat das größere Eis. Ex 1 hat den Vorteil, schon mit der Beziehung abgeschlossen zu haben, sonst wäre ihrerseits das Ende nicht bewusst herbeigeführt worden, aber Ex 2 springt von Phase zu Phase.

Phase 1: Warum können wir nicht zusammenbleiben?
Phase 2: Scheiß auf die Bitch, ich such mir ne Neue!
Phase 3: Keine ist so wie sie, ich will sie zurück!
Phase 4: Ach, eigentlich hat sie ja doch nicht zu mir gepasst…

usw.

Das Komische ist, Ex 1 hat kein Problem damit, Ex 2 von den neuesten Errungenschaften zu berichten, egal wie schmerzhaft das für ihr Gegenüber ist. Schließlich sieht sie in Ex 2 nur noch die gute Freundin, der man alles erzählen kann. Ex 2 hingegen muss alles schlucken und ist sich zu stolz um zuzugeben, dass sie das nicht hören will, weil der Schmerz die Neugier überwiegt. Suck it, bitch! Dann kommt die Wende und der scheinbar wahre “Gewinner” der Post-Beziehungsschlacht: Ex 1 hat Schluss mit der “Neuen” und Ex 2 hat endlich jemanden an der Angel. Ex 1 wird auf einmal empfindlich, leidet unter dem Glück von Ex 2 und heult ihr die Ohren voll. A lack of logic.

Daraufhin sucht Ex 1 verstärkt die Nähe zu Ex 2, ein letzter Versuch, dazwischenzufunken und das junge Glück noch aufzuhalten. Wenn ich nicht glücklich bin, soll es keiner sein. oder: Wenn du nicht mit mir glücklich sein willst, dann mit niemandem. Wie traurig. Was genau hält einen denn eigentlich immer so lang an der Ex? Wieso kann man zwischenzeitlich eine neue Beziehung haben und danach gleich wieder zurück in ihre Arme wollen? Und wieso glaubt jede Ex, Freundschaften würden funktionieren? Eine bleibt immer mit Gefühlen zurück und bis diese nicht vollends abgeklungen sind, geht da gar nichts. Geht man z.B. abends gemeinsam weg und Ex 1 redet mit jemandem, kann das gleich derart heftige Eifersuchtsreaktionen bei Ex 2 auslösen, dass sie sich einfach die Nächstbeste sucht und mit ihr ins Eckchen verschwindet, nur um Ex 1 zu beweisen, dass sie.. Ja was eigentlich? Drüber weg ist? Zu cool zum Trauern ist? Gute Frage, nächste Frage.

Hat man das lästige Bauchkribbeln endlich abgeschüttelt, ist einem die Ex aber dann meist eh ziemlich juppe. Dann könnte sie entweder glücklich verheiratet sein oder als gescheiterte Existenz auf der Straße sitzen, es würde einen nicht im Ansatz jucken. Das fiel mir neulich auf, als ich überraschend meine Ex traf. Wir führen mittlerweile beide glückliche neue Beziehungen und hatten uns außer zu Oberflächlichkeiten wie Beruf und Studium nicht allzuviel zu sagen. Sie hätte mir vom Lottogewinn über 10.000.000€ erzählen können, oder aber von einem dicken Minus auf dem Konto, weder hätte ich mich für sie gefreut, noch Mitleid gehabt. Der Umgang war zwar vertraut, aber doch sehr neutral. Zum Abschied gabs von mir nicht einmal einen Händedruck. Dabei soll es auch bleiben. Wir sind schließlich nur noch entfernte Bekannte mit gemeinsamen Erinnerungen.

Gewonnen hat diesen “Konkurrenzkampf” also niemand, auch wenn ich mein Glück ein paar Monate vor ihr gefunden hatte. Schließlich kamen wir beide aus Liebe mit unseren Partnern zusammen und nicht, um der jeweils anderen zu beweisen, dass wir “auch noch andere haben können”… Und das sollte sich vielleicht jede(r) nach dem Ende einer Beziehung im Hinterkopf behalten.

/Mush No.2

Homotunezzzz!

Uh Huh Her - Explode.

Quelle: SoundCloud / Brandi Lynn Woloszyn

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“Bei mir, in einer Stunde.”
Ein Klicken, Julia hatte bereits aufgelegt. Mehr als diese fünf Worte waren auch gar nicht nötig. Roxys Herz, das sonst vor lauter Coolness vielleicht einmal pro Minute zu schlagen schien, raste so dermaßen, dass sie ganz außer Atem war, als hätte es sich um ihre Lunge gewickelt. Allerdings fühlte es sich gut an, der kribbelnde Druck, der sich ausbreitete und runter in ihre Bauchgegend wanderte, aber kurz über ihrem tiefsitzenden Hosenbund stoppte.


“Liz, Sonnenschein, komm mit! Es gibt Ablenkung!” Liz wusste gar nicht wie ihr geschah, da saß sie bereits in Roxys fancy Kleinwagen. Durch den ganzen Alkohol war ihr kotzübel und der fiese Neuwagengeruch, gepaart mit dem Kirschwunderbaum trug nicht wirklich zur Besserung bei, aber Liz wusste sich zu beherrschen. Sie schloss die Augen und döste vor sich hin, während Kathleen Hanna zu knalligen 120dB Elektrobeats aus den Boxen kreischte. Mit diesem Sound liefen sie in dem Rentnerdorf Friedbach (das man auch Friedhof nennen könnte) ein, in dem Julias Partyhochburg stand. Hier dröhnte die Musik so laut aus dem geschlossenen Fenster, dass sogar Roxys kratzige Anlage übertönt wurde.


Liz kam sich vor wie im Paradies. Julias Wohnung erstreckte sich über 2 Etagen, überall waren Lautsprecher verteilt und überall waren Frauen. Frauen, die sie von oben bis unten begutachteten und sich dabei über die Lippen leckten. In dieser Nacht war einiges drin, gefielen Liz doch fast alle der Anwesenden. Alle hatten sie diese “No Risk no Fun”-Ausstrahlung, als wären sie bereit, mit dir ein Auto zu stehlen und einfach die Nacht durch zum Strand zu fahren, um dort mit dir zu schlafen und einen Joint zu rauchen. Die pure Outlaw-Romantik.


Die ganzen Versuchungen wurden allerdings in den Schatten gestellt, als Julia die Szenerie betrat. Sie war zwar weitaus weniger freizügig und aufreizend gekleidet als die übrigen Grrrls, aber strahlte einen derartigen Sex aus, dass ihr Anblick eigentlich erst ab 18 hätte freigegeben werden müssen. Liz wurde schlagartig nüchtern und es breitete sich eine fast unerträgliche Hitze in ihr aus. In dem Augenblick, als Julias Augen sie trafen, musste sie den Drang unterdrücken, sich die
Klamotten vom Leib zu reißen und sie vor versammelter Mannschaft anzuspringen. Roxy schien das zu bemerken, mit einer Mischung aus Belustigung, weil es Liz nun auch erwischt hatte und dem unangenehmen Eifersuchtsgefühl, da sie ja nun in ihr eine Konkurrentin wusste. Sie wusste noch nicht, ob sie es bereuen sollte, Liz mit auf die Party geschleppt zu haben. Doch das änderte sich schnell, als sie Julias Blick sah, mit dem sie Liz musterte. “Scheiße, verkackt.”


Frustriert wandte sie sich ab, nachdem sie Julia ein kurzes Hallo und eine halbherzige Umarmung geschenkt hatte und suchte sich Trost, indem sie einfach die Nächstbeste ansprach, die neben ihr stand. Roxy hatte leichtes Spiel, sie musste nichtmal einen originellen Spruch raushauen, da verschwanden sie schon im Dunkel des Flurs. Liz bemerkte das nicht einmal, sie war gefesselt von Julias Ausstrahlung und dem Film vor ihrem inneren Auge, den sie beim besten Willen nicht abstellen konnte. Das blendete alles aus.

Julia war von gefährlicher Intelligenz, ihr blieb nichts verborgen, während sie über sich kaum etwas preisgab. In jedem Gespräch analysierte sie haarscharf ihr Gegenüber, scannte sie nach Schwächen und Verletzlichkeit ab, um diese letztenendes gegen sie zu verwenden. Julia war ein Dosenöffner mit System.

Während sich Liz mit Julia unterhielt, wagte sie es kaum, ihren Blick durch die Menge schweifen zu lassen. Als sie es doch einmal für einen flüchtigen Moment tat, bemerkte sie, dass sich die Blicke der anderen gewandelt hatten. Die einen schauten enttäuscht, weil sie wussten, dass gegen Julia keine eine Chance hatte. andere schauten mitleidig, weil sie Julia auch einmal verfallen und mit gebrochenem Herzen zurückgeblieben waren und wussten, dass Liz das selbe bevorstand. Wieder andere schauten eifersüchtig, weil ihr, der Neuen, die Ehre zuteil wurde, Julia mehr als nur aufgeregt mit knallroter Birne und pochender Halsschlagader lahme Begrüßungsfloskeln entgegenzustammeln, sondern sich tatsächlich mit ihr zu unterhalten.

Jesus auf dem Armaturenbrett, Liz machte sich gerade ein paar Feinde. Konkurrenz war nicht gern gesehen. Ironischerweise war jede Konkurrenz für jede, weil in diesem illustren Trüppchen schon alle ordentlich Links auf ihrer Chart (ihr wisst schon, diese Grafik von Alice aus L-Word) gesammelt hatten. Alles “Schwestern”, weil Schwestern ja so gerne untereinander teilen. Viele gerieten gleich zu Beginn ihres “Szeneeintritts” in diesen Sog aus schnellem unpersönlichem Sex, weil sie dachten, es MUSS so sein. Ein paar zogen sich nach den ersten Pleiten zurück und suchten die große Liebe, während der Rest zwar auch suchte, sich aber zwischenzeitlich die Zeit sprichwörtlich vertrieb.

Willkommen in der Lesben GmbH, als Begrüßungsgeschenk haben sie die Wahl zwischen einem Orgamus oder dem Behalten ihres Rufs.

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Ach Kinder, damals, die gute alte Zeit, ich kann mich noch daran entsinnen, als wärs erst gestern gewesen… So fangen doch alle guten Anekdoten an, oder nicht? Naja, meine Geschichte liegt ca 2 Jahre zurück, vielleicht nicht ganz. Ich war damals noch “neu” im Business, ein unbeschriebenes Blatt, ein Greenhorn und immernoch geschockt von der sexuellen Verrohung der illustren Lesbenwelt. Gerade eben erst mit meiner ersten Freundin zusammengekommen (im Nachhinein: die längste Geschmacksverirrung die ich bislang vorzuweisen hab) und todesnaiv. Meine damalige “Mentorin” war Mush No.3, mit der ich praktisch jeden Samstagabend im Puff (ihr wisst schon, diese Gay-Disco, die ehemalige Mush-Base) verbrachte.

Am besagten Abend vor knapp 2 Jahren hatten die Puffinhaber jedoch ein Special im Ärmel, dass sie in einer anderen Location ausschütteln wollten. Da wurden mal richtig dicke Geschütze aufgefahren, so mit halbnackten fast-Chippendales und Schaumparty und Feuerspuckerei und so nem Klimbim. Mords die Show, war ihren einen Euro mehr für den Eintritt echt wert. Meine damalige Herzdame hatte wahrscheinlich wieder aufs Übelste PMS oder sonst ne billige Ausrede parat, auf jeden Fall bin ich nur mit Mush No.3 hin. Die hatte grade anderthalb nervenzerreißende Monate Pseudobeziehung hinter sich, in der beide sich mochten, aber ständig nur in der Wolle hatten. Und das wegen eigentlich jedem noch so kleinen Scheiß. Die Krönung war ja dann dieser eine versoffene Absturzabend im Puff, als keine von uns mehr gradeaus gehen konnte und Mush No.3 irgendwie so verbacken war, dass sie ihre Freundin/Affäre/Liebelei betrog, indem sie was mit Mush No.666 hatte, die sie eigentlich nicht ausstehen konnte. Das sagt, glaub ich, sehr deutlich, wie dicht Mush No.3 an dem Abend war. Von mir ganz zu schweigen, aber das tut hier mal nichts zur Sache, meine wilden Zeiten sind rum. Und außerdem ist Alkohol ja auch keine Ausrede für ein solches Fehlverhalten.

So, mit dem Wissen um dieses fatale Geschehen gehen wir nun in den Samstag mit der Schaumparty. Die bestand im Übrigen nur aus einem 2x4m Außenbereich mit knöchelhohem weißen Schmier. Einen anerkennenden Schulterklopfer an dieser Stelle an alle, die sich dafür so ins Zeug gelegt haben. Beim Reingehen gabs zur Begrüßung erstmal lecker Kurze von einer Transe, die in ihren Stöckelschuhen wahrscheinlich locker die 2,50m Marke knackte. Da ich mal wieder der Depp mit dem Auto war, gab ich meinen Kurzen direkt mal an Mush No.3 weiter. Fehler Nummer eins: Geh niemals zu zweit los, wenn nur einer trinken kann.

Wir tingelten durch den Laden, der dank der vielen Sofas wie eine Mischung aus Tanzfläche, Theke und Wohnzimmer wirkte, entdeckten das ein oder andere bekannte Gesicht (Mush No.3 kannte deutlich mehr, weil sie bereits länger in der Szene verkehrte) und fingen direkt an zu lästern… und uns kamen Bruchstücke der Erinnerungen vom Absturzabend ins Gedächtnis, als wir Personen sahen, die uns damals erleben mussten. Wupps…! Junge, peinlicher goes not. Liebes Schaumbad, wärst du doch bloß 1,70m und würdest mich gänzlich verschlucken… Ach, drauf geschissen, in 2 Wochen weiß davon eh niemand mehr was, sollen se doch blöd gucken. Als ob die nix aufm Kerbholz haben! Mush No.3: “Puh, gut, dass Mush No.666 nicht hier is, die hätte mir grade noch gefehlt!” Fehler Nummer zwei: Rede niemals von Personen, die du nicht sehen willst. Sie tauchen danach garantiert auf.

Und zakk! da war sie auch schon. Mush No.3 verdrehte die Augen, ich grinste. Noch. Wir saßen an der Theke und Mush No.3 versuchte unbeholfen, sich so unsichtbar wie möglich zu machen. Fail. Mush No.666 hatte uns schon lange auf dem Schirm und steuerte auf uns zu. Noch ehe wir die Flucht ergreifen konnten, stand sie bereits mit einem hämischen Grinsen vor uns, wohl wissend, wie abgrundtief sich Mush No.3 schämte. Die beiden begannen zu reden, ich tat beschäftigt und tippte eine SMS an …nun, nennen wir sie Pummelblondie, meine mittlerweile-zum-Glück-Ex. Danach studierte ich ausgiebig die Getränkekarte, obwohl mir sowieso nur Cola, Fanta, Sprite oder Wasser blieben. Neben mir wurde es verdächtig still, also schaute ich kurz auf. WHAT THE FUCK?! Wie macht die das bloß immer?! No.3 und 666 zeigten das volle Lippenbekenntnis, ultra die Zungenaction und keine Spur von Abneigung seitens von No.3. Unfassbar. Ich musste trotz des Ekels, soetwas live miterleben zu müssen, doch (schadenfroh) grinsen, weil sie die ach-so-standhafte Mush No.3 doch wieder rumbekommen hatte. Geil, jetzt kann ich sie noch länger damit aufziehen! Irgendwann schien genug Speichel seine Besitzerinnen gewechselt zu haben und Mush No.666 zog erstmal ab. “Eyyyy, wat geht denn mit dir ab? Erst ziehste voll über die ab und kriegst dich gar net mehr ein und dann so ne Show!” Mush No.3 konnte sich nicht wirklich erklären, und meinte nur, Mush No.666 würde gar nicht mal so schlecht küssen. “Aha, also lässte alles mittelmäßig-Küssende und aufwärts mal ran, auch wenn du sie nicht leiden kannst?” Sie nahm meine nicht ganz ernst gemeinte Frage mit Humor. Eigentlich wollte ich auch gar keine Antwort. Fehler Nummer drei: Denke niemals, dass einmal pro Abend genug ist. Die Nacht ist noch jung, warte, bis du im Bett liegst.

Wir streunten nochmal durch die Menge, die sich trotz früher Stunde schon lichtete und blieben irgendwann auf einem Sofa hängen, von dem aus der Blick am amüsantesten war. Die üblichen Verdächtigen, Igelfrisur (Spikes sind mega 90s…), Panzerhintern (schön verpackt in Baggypants, are you wearing diapers?) und ihre Freundinnen Toast (Sonnenbankflavor, Solariumflow… Friseurinnenlook) und Pitbull (“Hasssssst du mein Mädschn angemmm’cccchhhhhhhhht?!”) in Action, geiler als Improvisationstheater einer Waldorfschule, niveauloser als Takeshi’s Castle und wahrscheinlich genau so schmerzhaft fremdschamverursachend für die Zuschauer wie für die Teilnehmer. Voll GZSZ, wie die sich da an ihrem Elend aufgeilen. Fehler Nummer vier: Mach dich nicht zu sehr über andere lustig, you know: dat Karma knüppelt retour.

Batsch! Wie in nem Slapstickfilm latsche ich auf den unteren Teil der Harke und krieg den Stiel voll in die Fresse. Natürlich nur metaphorisch. Als würden Harken in Discos rumliegen… Um es weniger bildlich zu machen: Mush No.666 kommt nochmal um die Ecke, um sich die nächsten Kicks abzuholen. The World is not enough. Und mittlerweile ist es nicht mehr zum Lachen, sondern eher assig, weil ich die gelappmeierte arme Sau bin, die den Scheiß aus nächster Nähe ertragen muss. Ah, endlich, sie lösen sich voneinander… um zusammen in ner Klokabine zu verschwinden! Das meinte ich vorhin mit der sexuellen Verrohung. Ich bin stinksauer, und kurz davor, einfach nach Hause zu fahren. Schließlich wartet meine Freundin (ääääähem…) auf mich und mir ist der Spaß vergangen. Ich soll jetzt warten, bis sie ihre Triebe ausgelebt haben, in nem Laden, in dem ich kein Schwein kenne. Na super. Und zu allem Überfluss hiefte auch noch Panzerarsch ihre dicken Stempel zu mir rüber und fragt: “Wo isn Mush No.3 jetzt hin? Du warst doch mit der da.” -“Die is mit der 666 aufs Klo verschwunden.” Dieser Satz war geschwängert von Enttäuschung, Ekel und säuerlicher Wut. BaggypanZer lachte. Ich versuchte verzweifelt, Mush No.3 aus der Klokabine zu klingeln. Mobilbox, kein Empfang. So ein Abfuck. Ay caramba, mir kocht der Blut!!! Jaaa, DER Blut! In meiner Wut kommt mein spanisches Temperament und auch die dementsprechende Grammatik zum Vorschein, die eigentlich nirgends verwurzelt sind. (Ich glaub, ich bin eigentlich zu einem 16. Italienerin, oder so.) Fehler Nummer fünf: Toiletten sind keine Atombunker. Es ist nicht nötig, sie von der Handystrahlung abzuschirmen. Man stelle sich nur mal vor, eine kriegt nen Herzkasper vor lauter Drücken beim Ka… ihr wisst schon, und kann dann keine Hilfe rufen…

Ich mach ja viel mit, aber nach ner halben Stunde hatte auch ich die Schnauze voll. Genervt stellte ich mich in die Schlange, um rauszukommen. (Traurig aber wahr, aber die Leute standen schon gegen 2 Uhr tatsächlich Schlange, weil sie weg wollten.) Ich setzte mich ins Auto und stellte ihr innerlich ein Ultimatum: Fünfzehn Minuten noch, dann fahr ich. Diese 15min überzog sie gnadenlos, aber ich bin einfach zu nett. Wie sollte ich ihren Eltern auch erklären, wieso ich sie nicht mehr nach Hause gebracht hatte? “Tut mir Leid, Herr und Frau *****, aber ihre Tochter zog es vor, es mit einer ihr verhassten Person auf einem abgeranzten Klo zu treiben, anstatt mit mir nach Hause zu fahren.” Könnte riskant werden. Ich wartete weiter und endlich kam sie angewackelt und zwar ganz schön zerzaust. Anstatt sie anzumaulen, stichelte ich sie einfach für die dreiviertelstündige Dauer der Heimfahrt und berichtete anschließend Pummelblondie von meinem Erlebnis.

Daraufhin schwor ich mir, vier der fünf Erkenntnisse zu Herzen zu nehmen, mein Partyleben fortan danach auszurichten und meine Weisheiten mit anderen zu teilen.

/Mush No.2