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Tegan and Sellout - Closer

Liebe Quins,

ihr seid jetzt 32 Jahre alt. Das heißt vor ca. 16 Jahren hätte euch die Musik (und das Video in dem ihr ausseht wie x-beliebige Party-Statistinnen von The L Word…) niemand übel nehmen können. Sogar Biber wird langsam erwachsen, aber ihr macht echt einen heftigen Schritt in die falsche Richtung. Kündigt sich da etwa eine Midlife-Crisis an?

Ich bin ein bisschen (sehr) enttäuscht und hoffe, dass der Rest vom Album nicht so eklig klebrig und bubblegummig wird, wie dieser Unfall hier. Die Zusammenarbeit mit Tiesto und Guetta (!!!) hat euch eindeutig nicht gut getan.

Euer Vorsatz fürs nächste Jahr: Schraubt doch bitte das Alter eures Zielpublikums sowie euer Niveau nicht noch weiter nach unten.

Mit freundlichen Grüßen

Mush No.2

Quelle: SoundCloud / Tegan and Sara

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Mit dem diesjährigen Anbrechen meines Wortmann-AG Adventskalenders (hell yeah, “IT’s my World”) wurde mir mal wieder bewusst, dass Weihnachten sich auf den Weg machte. An und für sich kein Problem, Ideen für Geschenke waren schnell gefunden und Schotter hatte ich dieses Jahr auch endlich mal genug. Aber begleitend zur Vorfreude des Beschenkens und Beschenktwerdens kam da auch das mulmige, unangenehme Gefühl hoch, Weihnachten zwar mit meiner Familie zu feiern, aber leider ohne meine Freundin.

Nun ist es zwar so, dass ich in meiner Familie komplett geoutet bin, aber irgendwie wird es nach wie vor totgeschwiegen. An gnädigen Tagen wird am Telefon mal ein ein pluralisierendes “t” ans “schlaf gut” gehängt, doch die Überwindung, die es zu kosten scheint, spürt man selbst durch den Hörer über 230km Distanz wie einen Schlag ins Gesicht. Ich lasse mir nichts anmerken, freue mich naiverweise sogar eher noch, weil ich dadurch die Hoffnung vermittelt bekomme, dass meine Freundin nun endlich an meiner Seite als solche akzeptiert wird und nicht nur als meine “Mitbewohnerin”. Schließlich sind wir seit gut anderthalb Jahren zusammen und teilen fast ebensolange Bett und Tisch miteinander. Bis dahin war es ein langer Kampf, der teils eher unterschwellig brodelte und an aller Nerven zerrte; hin und wieder hochkochte und durch meinen Auszug aus dem Dorf in die “Großstadt” irgendwie eine andere Dimension annahm: Schweigen.

Diese heimliche, latente Ignoranz, eine gefährliche Mischung aus Angst (wovor auch immer… Gespött der anderen Dorftrottel etwa, die selber genug Dreck am Stecken haben? Ich bin schließlich nicht der erste Homo in diesem Scheißnest, und ansteckend bin ich auch nicht…), unterdrückter Neugier und Wasweißichundeigentlichisetmirauchejal…

Es ist ungesprochenes Gesetz, ihren Namen nicht zu erwähnen. Jenes “Gesetz” breche ich aber nur zu gerne. Nicht etwa, um zu provozieren, sondern um die Existenz meiner Freundin nicht zu leugnen. Schließlich stehe ich zu und hinter ihr und das kann mir keiner nehmen. Was mir allerdings genommen wurde, ist das Recht/Privileg(?), die Person mit nach Hause zu nehmen, die ich liebe. Während meine Geschwister fröhlich ihre Partner(innen) mit anschleppen (die teilweise nicht einmal am Familienleben interessiert sind, sondern lieber faul im Bett liegen bleiben, obwohl für sie mitgekocht wurde), bleibt mir einmal im Monat nichts anders übrig, als meine Freundin weinend zurückzulassen.

Es bricht mir jedes Mal das Herz und an Weihnachten sogar noch ein bisschen (viel) mehr. Denn während ihre Eltern sogar davon ausgingen, dass ich Weihnachten mit ihnen verbringe, ist es seitens meiner Familie einfach selbstverständlich, dass ich alleine komme. Und während mein Bruder heute mehrfach gefragt wurde, ob und wann denn seine Freundin endlich kommen würde, war ich scheinbar von keinem Interesse. Oder niemand traute sich zu fragen, schließlich könnte das Pulverfass auf dem ich sitze ja mitsamt meiner Familie in die Luft gehen. Ja, meine Homosexualität reißt uns alle ins Verderben… Moment, ich bin mal eben im Keller, zum Lachen.

Einen winzigen Lichtblick gab es ja dann doch: Als meine Oma (väterlicherseits) mir ihr Geschenk gab, flüsterte sie mir zu, dass da auch was für meine Freundin dabei wäre. Der Familienteil, von dem ich es am Allerwenigsten erwartet hätte [eigentlich ist die Gute eher ne Dramaqueen und ne richtige Insiderin, wenns um den neuesten Klatsch und Tratsch aus unserem Kaff geht (Hier gibt es halt sonst nichts.)], geht am Coolsten damit um! Ich war ja neulich schon so überrascht, als sie nach einem Foto von meiner Freundin fragte und dann auch noch meinte, sie hätte schöne Haare (hat sie tatsächlich)… Aber das da war wirklich ne freudige Überraschung. Nur, noch nen Tacken schöner wärs gewesen, wenn sie es ihr persönlich hätte überreichen können.

So bleibt mir auch dieses Jahr, an unserem zweiten “gemeinsamen” Weihnachten, nichts anderes übrig, als über Handy und Internet Kontakt zu ihr zu haben, anstatt in diesen Tagen abends neben ihr einzuschlafen. Mir gehts nicht gut dabei.

Mush No.2

Näääääää, wat süß! Grad mitte Perle nochma die erste Season L Word am Glotzen.

Näääääää, wat süß! Grad mitte Perle nochma die erste Season L Word am Glotzen.

Gefunden auf Ebay.

Gefunden auf Ebay.

Free Pussy Riot!

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Mensch, wat is mir langweilich inne Ferien! Der steuergebeutelte Workaholic schreit mich jetzt wohl im geschundenen Geiste an “Dann geh arbeiten, du faule Schlampe!”. Tu ich ja, aber nicht heute. Und die emsige Hausfrau würde jetzt sagen “Putz doch schonma, damit deine Perle et schön hat, wennse vonne Maloche kommt”. Schon geschehen. Während ich mich also grade von meiner blitzblanken Küchenamatur blenden lasse und der herrliche Duft von W5 Allesreiniger mir selbst das letzte und entlegenste Nasenhaar wegätzt und mir ganz nebenbei den Geruchssinn raubt, denke ich… an Vera int Veen.

Ich muss ja gestehen, die wirkt ja unheimlich menschlich und sympathisch, wie sie sich mit Schmackes den Löffel Joghurt mit der besonderen Bifidus-Kultur ins Gesicht drückt und anschließend (scheinbar den Würgereflex unterdrückend) so zerknittert in die Kamera und eigentlich fast schon direkt in unsere Herzen blickt. Nur, wenn ich so überlege, braucht die doch gar nix für ihren Bauch. Immerhin weiß jeder, wie gut ihre Verdauung funktioniert, der sich auf RTL wöchentlich stolz ihre größten Haufen präsentieren lässt: Schwiegertochter gesucht, Verzeih mir, Den Mietprellern auf der Spur. Nichts für ungut, ich gucks ja selber. Aber niveauvolle Unterhaltung geht anders.

Die Sache ist die: Sie wirkt unheimlich authentisch und menschennah, wenn sie sich von hoffnungsvollen Schwiegermüttern in spe mit Kuchen füttern lässt und mit allen per du ist. Und das trotz der Tatsache, dass jeder weiß, dass selbst das alles nach Drehbuch läuft. Neulich bin ich in Facebook auf die Gruppe Stoppt Vera int-Veen gestoßen und aus Neugierde einfach mal beigetreten. In dieser Gruppe fand ich auch eine nette Linksammlung mit lauter Berichten über die Hintergründe ihrer Shows. Oh Vera… Die Fassade bröckelt. Dass ihre Show-Kandidaten sich zu 90% über IQ-Defizite, ewige Jungfräulichkeit, Hotel-Mama Bewohnende ü40er und andere Verschrobenheiten auszeichnen, ist irgendwo klar. Wer will schon Langweiler wie sich selbst im TV sehen, die mit Mitte 20 vergeben sind (oder es zumindest schonmal waren) und arbeiten oder studieren und im besten Fall in den eigenen vier Wänden wohnen, die nicht zufällig von Tine W. mit tonnenweise IKEA-Deko aufgehübscht werden müssen? Aber dass von diesen meist Sozialkontakt-armen Menschen eben immer nur das gezeigt wird, was unser Zwerchfell anregt/en soll, grenzt an inhumaner Erniedrigung. Überall hört man im Nachhinein solcher Sendungen von Kandidaten “So bin ich gar nicht, die haben sich alles so zusammengeschnitten, wie die das brauchen”. Sogar bei “Den Mietprellern auf der Spur” kam jetzt ein solcher Fall ans Licht. Spätestens seit Frauentausch weiß doch wirklich jeder bescheid, wies läuft. Und jeder, der da jetzt noch mitmacht, besitzt vielleicht grade den Grad an Einfältigkeit und Naivität, dass er zwar geschäftsfähig ist, aber nicht merkt, wie er vorgeführt wird.

Seit dem durchschlagenden Erfolg von dem mittlerweile getrennten Paar Philipp und Veit aus Inkas Show Bauer sucht Frau weiß man wohl auch, dass Schwule ein Zuschauermagnet sind. Also wird uns wohl ab sofort in allen kommenden Staffeln noch ein Quotenhomo vorgesetzt. Na danke. Wenigstens waren die beiden keine Tucken, wie man sie sonst im TV präsentiert bekommt, sondern wirklich sympathisch. Is ja schonmal ein Anfang. Vielleicht werden ja auch bald noch die heruntergekommenen Kaschemmen von irgendwelchen Hartz IV Lesben von Vera ausgeräumt. Sorgt bestimmt auch für noch mehr Quote.

Das gibt mir alles ein bisschen zu denken. Wie kannst du denn dein rundliches Gesicht für so einen lau produzierten Müll herhalten, ohne auch nur annähernd ein schlechtes Gewissen zu haben? Aufgrund deiner Homosexualität bist du ja -wie wir alle- eh schon dazu verdammt, ewig in der Hölle zu schmoren, aber durch diese Sendungen wird es noch ein bisschen ewiger. Erschleichst dir das Vertrauen der Zuschauer (die damit zu potentiellen Kandidaten werden) und bist eigentlich nur der Kopf einer rücksichtslosen privatsphärenmissachtenden TV-Abrissbirne, die in den Leben der Kandidaten nur noch Schutt und Asche hinterlässt.

Mensch Vera, mein Bild von dir is ganz schön angekratzt. Ich bin zutiefst enttäuscht. Ich dachte wirklich, dir liegt was an den Menschen, die du da zeigst. Aber scheinbar liegt dir nur was an den Menschen, die dir zuschauen:

Am Anfang war es ein Fluch, ich hab gesagt: Was tust du da, das darfst du nicht. Dann hab ich aber gemerkt: Die Leute wollen, dass ich das tue.

Da sieht man mal wieder, dass die Moral endet, wo die Quote in die Höhe schießt.

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Falls sich einer fragt, warum sich hier seit Wochen nichts tut: Mush No.1 lässt ihre Finger derzeit lieber über ihre neue Schnalle als über die Tastatur gleiten und ich spiel mit meinem High-End-Gegenstück bei gefühlten 666°C im Schatten auch lieber draußen Bratwurst.

Wenn das Wetter demnächst wieder scheiße wird, erbarme ich mich und rege mich für euch öffentlich über die optischen Lesbo-Katastrophen auf, die mir in den letzten Wochen ins Auge stachen.

So long,

Mush No.2

(via nannyjuliusboo)

Quelle: gay-men

Sommer!