Mush No.1: Nimm doch die [insert name here].
Mush No.2: Die is aber hässlich.
Mush No.1: Ach wat, Tüt über de Kopp, Mund ausgeschnitten und ab geht die Lutzi.
Mush No.2: Und wat is, wenn die Mundgulli hat?
Mush No.1: Iss vorher n Döner. Minus und minus ergibt plus.
Hier die stark verkürzte, zensierte Beschreibung eines klassischen lesbischen Samstagabends:
Ein weiterer Abend mit Mush No.1 im sog. Puff: Die Leber wird schnell zum Arbeiten gebracht; die Blase also gefüllt und der Kopf geleert. Bezaubernd, wir sind ja als erste da! Verdammt. Aus Langeweile werden die Mäuler wieder voll bedeutungsleerer Worte geladen, wieder Versprechen angekündigt, die nicht gehalten werden sollten, weiter getrunken. Zum Einstieg ‘n Long Island Ice Tea, der bummt ja so schön, so wie wir in Gedanken sämtliche Weiber. Ein Radler hinterher, es fängt an, sich leicht zu drehen, der Laden wird langsam voll, ich bild mir kurz ein, ich hätte Damenschwips. Die Gestalten um uns rum erregen nur bedingt unsere Aufmerksamkeit, wir lachen viel, machen uns lustig… Jop. Das schlechte Karma häuft sich an und sollte uns keine 24h Stunden später mit voller Wucht in die Fresse schlagen. Selber Schuld.
Komisch, ich hab einiges an Hoch-und Mittelprozentigem intus und merke mittlerweile eigentlich wieder kaum was davon, während Mush No.1 ihren Rausch abfeiert wie ein Weltmeister. Kaum greifbar, mal hier, mal da, mal ganz woanders, unsichtbar, dann doch wieder im Blickfeld; Stillstand is heut nicht. Meine Augen sind irgendwann zu müde, um ihren Killermoves zu folgen, ich richte meinen Blick aufs ruhigere Umfeld, zudem entern nun auch drei Damen den Raum, die sich vom Rest abheben. Ok, 2/3 der Truppe sind optisch interessant, der dritten im Bunde kommt der Cheerleader-Effekt zu Gute. Mush No.1 entdeckt die Blonde für sich, startet nen Angriff. Der funktioniert auch fast… Dummerweise schafft sie’s kaum noch, gradeaus zu gucken, geschweigedenn, nen gescheiten Satz auf die Reihe zu bekommen. Fail. Naja, nicht auf ganzer Linie, Facebook hilft sicher. Ja danke, Mark Zuckerberg, was wären wir ohne dich?
Meine Blickfickereien gelten der anderen vom Trio, die mich beim letzten Besuch schon irgendwie neugierig gemacht hat. Aber, wie soll es auch anders sein?, ich bin zu feige um mal rüberzuschlappen, ein Hallo in die Runde zu werfen und gekonnt meine Handynummer unterzujubeln. Ne ne ne… Tja, Ms Schicksal will es so, die Gute kennt Freunde von mir, sie steht auf einmal vor mir und stellt sich vor. Es is viel zu laut, ich versteh ihren Namen kaum. Sie gibt mir die Hand und sieht mich freudestrahlend an. Sieg! Ach nö, doch nicht. Mush No.1 funkt volle Möhre dazwischen, indem die Drecksau mir genau während dem Handshake ihre 5 Finger voll in meine Leistengegend donnert und ich dadurch so perplex bin, dass mein Blick ruckartig auf mein Liebesdreieck schießt. Kaum aufgeguckt, is sich meine Woman of Choice auch schon der nächsten am Vorstellen. EPIC FAIL. Mush No.1, du verdammter Liebestöter.
Egal. Ich sitz also so rum, guck weiter durch die Gegend und hey! sie guckt ja doch noch ein paar mal rüber, geht provokant an mir vorbei… Was nun? Scheiße, immernoch zu feige. Hätt ich doch wenigstens den Namen auf Anhieb verstanden, dann könnt ich sie jetzt nochmal dumm von der Seite anquatschen. Dreistigkeit bringt einen oft weiter. Ich warte… sie kommt irgendwann an mir vorbei, fängt an sich ne Kippe zu drehen. Ha, hier kommt der Ritter in der glänzenden Rüstung! Gut, dass ich mir gestern die unnütze Schachtel Kippen gekauft hab, die kommt mir jetzt grade Recht. “Hey, willste vielleicht ne RICHTIGE Zigarette? Die blöde Dreherei kann ja keiner mit ansehen!” Sie beißt an, bedankt sich, geht. Mhm. Ok, verschissen. Egal.
Is ja noch genügend Ablenkung da, ich unterhalte mich mit ein paar Freundinnen, beobachte weiter Mush No.1, die scheinbar ihre ganz private Kirmes im Kopf hat, und lache. Ich hab Spaß, die Frau is ne ungewollte Entertainerin. Bei der Show die sie uns da abliefert, kann ich ihr auch wegen der versauten Tour von vorhin nicht mehr böse sein. Schicksal eben, sollte wohl nicht sein. Wie Mikroboy schon sagten: Aufstehn und weitergehn.
Die Nacht altert, die Pegel steigen, ich bin die einzige, die sich noch einigermaßen nüchtern fühlt, der Rest is strack wie 1000 Russen. Oh, da steht SIE wieder vor mir. Ich versuch möglichst lässig zu gucken, sie scheint mir was sagen zu wollen, ich zieh die Augebrauen hoch. Mensch, was bin ich doch für ne Charmgranate, ne richtige Bombe, ein Player, Aufreißer,… “Ja, tschüss ne?” Dödöm. “Ey, was? Du gehst jetzt? Schad. Willste denn noch ne Zigarette für’n Weg?” -“Du scheinst mich ja doch schon länger zu kennen! Danke!” Junge, endlich mal gepunktet! Die gehört beim nächsten Mal mir. Ich grinse, sie grinst, life’s good. At least from time to time.
In der Zwischenzeit wurde Mush No.1 von einer gemeinsamen Freundin mal so mir nichts dir nichts an DIE Horrorbraut schlechthin verscherbelt… “Ey, tanz doch mal mit der, die is schon die ganze Zeit spitz auf dich!” Ajo, too drunk to say no, Mush No.1 lässt sich auf das Wagnis ein und instant regrets überfallen sie. Wir nennen die Horrorbraut an dieser Stelle einfach mal Ronny U. (“Das U steht für ugly, Alter!”), um ihren maskulinen Charakter und ihr stämmiges, viel zu selbstsicheres Auftreten etwas zu verbildlichen. Ronny scheut sich mit ihren 17 Jahren nicht, Mush No.1 mal beherzt an den Arsch zu langen und gibt sich auch alle Mühe, ihre Lippen irgendwie mit einzubeziehen. “Boah Alte, Küssen is nich, haste verstanden?” Mush No.1 flüchtet.
Der Abend neigt sich dem Ende zu, Wege trennen sich, sollten sich aber schon am nächsten Tag wieder kreuzen…
Mush No.2
