Ein kritischer Blick auf die eigene, sog. Lesben"szene". Wir übernehmen keine Haftung für eventuelle geistige Verstörungen die nach Konsum unseres Blogs auftreten können.

Für Tumblr-Fremde: Dies ist ein Blog, d.h. die aktuellsten Einträge stehen oben. Zum Anfang gehts hier.

Mush(s) online
Lieblingsposts | Einreichen| Anschreiben | Index |Beantwortete Fragen|Facebook

Posts Tagged: party

Text

Ach Kinder, damals, die gute alte Zeit, ich kann mich noch daran entsinnen, als wärs erst gestern gewesen… So fangen doch alle guten Anekdoten an, oder nicht? Naja, meine Geschichte liegt ca 2 Jahre zurück, vielleicht nicht ganz. Ich war damals noch “neu” im Business, ein unbeschriebenes Blatt, ein Greenhorn und immernoch geschockt von der sexuellen Verrohung der illustren Lesbenwelt. Gerade eben erst mit meiner ersten Freundin zusammengekommen (im Nachhinein: die längste Geschmacksverirrung die ich bislang vorzuweisen hab) und todesnaiv. Meine damalige “Mentorin” war Mush No.3, mit der ich praktisch jeden Samstagabend im Puff (ihr wisst schon, diese Gay-Disco, die ehemalige Mush-Base) verbrachte.

Am besagten Abend vor knapp 2 Jahren hatten die Puffinhaber jedoch ein Special im Ärmel, dass sie in einer anderen Location ausschütteln wollten. Da wurden mal richtig dicke Geschütze aufgefahren, so mit halbnackten fast-Chippendales und Schaumparty und Feuerspuckerei und so nem Klimbim. Mords die Show, war ihren einen Euro mehr für den Eintritt echt wert. Meine damalige Herzdame hatte wahrscheinlich wieder aufs Übelste PMS oder sonst ne billige Ausrede parat, auf jeden Fall bin ich nur mit Mush No.3 hin. Die hatte grade anderthalb nervenzerreißende Monate Pseudobeziehung hinter sich, in der beide sich mochten, aber ständig nur in der Wolle hatten. Und das wegen eigentlich jedem noch so kleinen Scheiß. Die Krönung war ja dann dieser eine versoffene Absturzabend im Puff, als keine von uns mehr gradeaus gehen konnte und Mush No.3 irgendwie so verbacken war, dass sie ihre Freundin/Affäre/Liebelei betrog, indem sie was mit Mush No.666 hatte, die sie eigentlich nicht ausstehen konnte. Das sagt, glaub ich, sehr deutlich, wie dicht Mush No.3 an dem Abend war. Von mir ganz zu schweigen, aber das tut hier mal nichts zur Sache, meine wilden Zeiten sind rum. Und außerdem ist Alkohol ja auch keine Ausrede für ein solches Fehlverhalten.

So, mit dem Wissen um dieses fatale Geschehen gehen wir nun in den Samstag mit der Schaumparty. Die bestand im Übrigen nur aus einem 2x4m Außenbereich mit knöchelhohem weißen Schmier. Einen anerkennenden Schulterklopfer an dieser Stelle an alle, die sich dafür so ins Zeug gelegt haben. Beim Reingehen gabs zur Begrüßung erstmal lecker Kurze von einer Transe, die in ihren Stöckelschuhen wahrscheinlich locker die 2,50m Marke knackte. Da ich mal wieder der Depp mit dem Auto war, gab ich meinen Kurzen direkt mal an Mush No.3 weiter. Fehler Nummer eins: Geh niemals zu zweit los, wenn nur einer trinken kann.

Wir tingelten durch den Laden, der dank der vielen Sofas wie eine Mischung aus Tanzfläche, Theke und Wohnzimmer wirkte, entdeckten das ein oder andere bekannte Gesicht (Mush No.3 kannte deutlich mehr, weil sie bereits länger in der Szene verkehrte) und fingen direkt an zu lästern… und uns kamen Bruchstücke der Erinnerungen vom Absturzabend ins Gedächtnis, als wir Personen sahen, die uns damals erleben mussten. Wupps…! Junge, peinlicher goes not. Liebes Schaumbad, wärst du doch bloß 1,70m und würdest mich gänzlich verschlucken… Ach, drauf geschissen, in 2 Wochen weiß davon eh niemand mehr was, sollen se doch blöd gucken. Als ob die nix aufm Kerbholz haben! Mush No.3: “Puh, gut, dass Mush No.666 nicht hier is, die hätte mir grade noch gefehlt!” Fehler Nummer zwei: Rede niemals von Personen, die du nicht sehen willst. Sie tauchen danach garantiert auf.

Und zakk! da war sie auch schon. Mush No.3 verdrehte die Augen, ich grinste. Noch. Wir saßen an der Theke und Mush No.3 versuchte unbeholfen, sich so unsichtbar wie möglich zu machen. Fail. Mush No.666 hatte uns schon lange auf dem Schirm und steuerte auf uns zu. Noch ehe wir die Flucht ergreifen konnten, stand sie bereits mit einem hämischen Grinsen vor uns, wohl wissend, wie abgrundtief sich Mush No.3 schämte. Die beiden begannen zu reden, ich tat beschäftigt und tippte eine SMS an …nun, nennen wir sie Pummelblondie, meine mittlerweile-zum-Glück-Ex. Danach studierte ich ausgiebig die Getränkekarte, obwohl mir sowieso nur Cola, Fanta, Sprite oder Wasser blieben. Neben mir wurde es verdächtig still, also schaute ich kurz auf. WHAT THE FUCK?! Wie macht die das bloß immer?! No.3 und 666 zeigten das volle Lippenbekenntnis, ultra die Zungenaction und keine Spur von Abneigung seitens von No.3. Unfassbar. Ich musste trotz des Ekels, soetwas live miterleben zu müssen, doch (schadenfroh) grinsen, weil sie die ach-so-standhafte Mush No.3 doch wieder rumbekommen hatte. Geil, jetzt kann ich sie noch länger damit aufziehen! Irgendwann schien genug Speichel seine Besitzerinnen gewechselt zu haben und Mush No.666 zog erstmal ab. “Eyyyy, wat geht denn mit dir ab? Erst ziehste voll über die ab und kriegst dich gar net mehr ein und dann so ne Show!” Mush No.3 konnte sich nicht wirklich erklären, und meinte nur, Mush No.666 würde gar nicht mal so schlecht küssen. “Aha, also lässte alles mittelmäßig-Küssende und aufwärts mal ran, auch wenn du sie nicht leiden kannst?” Sie nahm meine nicht ganz ernst gemeinte Frage mit Humor. Eigentlich wollte ich auch gar keine Antwort. Fehler Nummer drei: Denke niemals, dass einmal pro Abend genug ist. Die Nacht ist noch jung, warte, bis du im Bett liegst.

Wir streunten nochmal durch die Menge, die sich trotz früher Stunde schon lichtete und blieben irgendwann auf einem Sofa hängen, von dem aus der Blick am amüsantesten war. Die üblichen Verdächtigen, Igelfrisur (Spikes sind mega 90s…), Panzerhintern (schön verpackt in Baggypants, are you wearing diapers?) und ihre Freundinnen Toast (Sonnenbankflavor, Solariumflow… Friseurinnenlook) und Pitbull (“Hasssssst du mein Mädschn angemmm’cccchhhhhhhhht?!”) in Action, geiler als Improvisationstheater einer Waldorfschule, niveauloser als Takeshi’s Castle und wahrscheinlich genau so schmerzhaft fremdschamverursachend für die Zuschauer wie für die Teilnehmer. Voll GZSZ, wie die sich da an ihrem Elend aufgeilen. Fehler Nummer vier: Mach dich nicht zu sehr über andere lustig, you know: dat Karma knüppelt retour.

Batsch! Wie in nem Slapstickfilm latsche ich auf den unteren Teil der Harke und krieg den Stiel voll in die Fresse. Natürlich nur metaphorisch. Als würden Harken in Discos rumliegen… Um es weniger bildlich zu machen: Mush No.666 kommt nochmal um die Ecke, um sich die nächsten Kicks abzuholen. The World is not enough. Und mittlerweile ist es nicht mehr zum Lachen, sondern eher assig, weil ich die gelappmeierte arme Sau bin, die den Scheiß aus nächster Nähe ertragen muss. Ah, endlich, sie lösen sich voneinander… um zusammen in ner Klokabine zu verschwinden! Das meinte ich vorhin mit der sexuellen Verrohung. Ich bin stinksauer, und kurz davor, einfach nach Hause zu fahren. Schließlich wartet meine Freundin (ääääähem…) auf mich und mir ist der Spaß vergangen. Ich soll jetzt warten, bis sie ihre Triebe ausgelebt haben, in nem Laden, in dem ich kein Schwein kenne. Na super. Und zu allem Überfluss hiefte auch noch Panzerarsch ihre dicken Stempel zu mir rüber und fragt: “Wo isn Mush No.3 jetzt hin? Du warst doch mit der da.” -“Die is mit der 666 aufs Klo verschwunden.” Dieser Satz war geschwängert von Enttäuschung, Ekel und säuerlicher Wut. BaggypanZer lachte. Ich versuchte verzweifelt, Mush No.3 aus der Klokabine zu klingeln. Mobilbox, kein Empfang. So ein Abfuck. Ay caramba, mir kocht der Blut!!! Jaaa, DER Blut! In meiner Wut kommt mein spanisches Temperament und auch die dementsprechende Grammatik zum Vorschein, die eigentlich nirgends verwurzelt sind. (Ich glaub, ich bin eigentlich zu einem 16. Italienerin, oder so.) Fehler Nummer fünf: Toiletten sind keine Atombunker. Es ist nicht nötig, sie von der Handystrahlung abzuschirmen. Man stelle sich nur mal vor, eine kriegt nen Herzkasper vor lauter Drücken beim Ka… ihr wisst schon, und kann dann keine Hilfe rufen…

Ich mach ja viel mit, aber nach ner halben Stunde hatte auch ich die Schnauze voll. Genervt stellte ich mich in die Schlange, um rauszukommen. (Traurig aber wahr, aber die Leute standen schon gegen 2 Uhr tatsächlich Schlange, weil sie weg wollten.) Ich setzte mich ins Auto und stellte ihr innerlich ein Ultimatum: Fünfzehn Minuten noch, dann fahr ich. Diese 15min überzog sie gnadenlos, aber ich bin einfach zu nett. Wie sollte ich ihren Eltern auch erklären, wieso ich sie nicht mehr nach Hause gebracht hatte? “Tut mir Leid, Herr und Frau *****, aber ihre Tochter zog es vor, es mit einer ihr verhassten Person auf einem abgeranzten Klo zu treiben, anstatt mit mir nach Hause zu fahren.” Könnte riskant werden. Ich wartete weiter und endlich kam sie angewackelt und zwar ganz schön zerzaust. Anstatt sie anzumaulen, stichelte ich sie einfach für die dreiviertelstündige Dauer der Heimfahrt und berichtete anschließend Pummelblondie von meinem Erlebnis.

Daraufhin schwor ich mir, vier der fünf Erkenntnisse zu Herzen zu nehmen, mein Partyleben fortan danach auszurichten und meine Weisheiten mit anderen zu teilen.

/Mush No.2

Text

Viva Colonia! Am Mittwoch wird im Mediapark 4 schwer abgezappelt und wer ist mit dabei? Richtig, lez Mushs (und zwar fast alle*!!)!

Da ich diesmal davon absehe, meine untermotorisierte Rostschleuder nach Köln zu quälen, könnte es unter Umständen (Schnaps olé!) richtig peinlich werden und das solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen!

Also, liebe Mushs, be there or be square!

/Mush No.2


*außer 4, 5, sowie 2 und 2b, letztere aus gesundheitlichen Gründen. Wir bitten vielmals um Entschuldigung.

Text

oh yeah

Mush No.6: Und dann steht man da. In einer Schlange von Menschen. Von vornehmlich Frauen. Von Frauen, die mal so richtig einen drauf machen wollen und sich schick gemacht haben. “Komm, heute fahren wir mal in die Stadt!” - so oder irgendwie so ähnlich muss es heißen, wenn sich die homo-Frauen aus den umliegenden Kleinstädten und Vororten bereit machen, um ihre sexuelle Gesinnung nach außen zu tragen, alle davon wissen zu lassen und möglichst viel Lippenkontakt zu erhaschen - besonders gerne mit von zu Hause mitgebrachtem. Ein Picknick quasi. Ein Picknick in der Stadt.


Ja, es war mal wieder Elle-World. Eine Party, die eigentlich keine ist, viel mehr ein extra dafür bereitgestellter Raum, bis oben hin vollgefropft mit Menschen, die entweder ganz stilecht ihr Ticket aus dem Internet ausgedruckt haben oder sich eben doch leidvoll in die wirklich lange Schlange stellen, um sich ganz vorsichtig an die Safari zu gewöhnen.

Drinnen dann die nächste Ernüchterung: Es sind nicht nur wirklich alle (!) Lesben aus der Umgebung gekommen, sondern auch noch die aus halb Köln. Und zwar, um auf Brautschau zu gehen, ein weniger gutes DJ-Set zu erleben oder um einfach nur ungeniert und ohne Rücksicht auf Homophobie wild herum knutschen zu können.

Mush No.2: Und dann steht man da. Neben der Schlange von Menschen die kein Ticket haben, bemitleidet sie ein wenig, checkt sie schonmal ab und wartet auf Mush No.3, die zum Glück mithilfe von Stiefpapis Kreditkarte an die Tickets kam. Sekt für die Nutten, Champagner für uns. Alter, ich bin soo VIP! “Wir treffen uns um viertel nach am Eingang.” Ja, von wegen. Während die Zeit so dahinfließt und ich innerlich schon meinen Parkschein ablaufen sehe (8€ für 2 Stunden. ACHT!!!! Hallo?! Nochmal DANKE an Mush No.1, die mich zu diesem Parkplatz gelotst hat. Immerhin hat sie die ersten 2 Stunden bezahlt.).

Mush No.3 schafft es mit ihrer Gang endlich und pfeift sich noch schnell irgendeine explosive Mischung aus Kirschsaft und Schnaps rein. Mush No. 1, die noch ein Ticket vor Ort verhökert hatte, kommt an uns vorbei, begrüßt Mush No.3 nur kurz und verschwindet dann im lauten klammen Dunkel des Wartesaals. “Ey, das is ne Katastrophe!” Mush No.3 steigert sich leicht in die Tatsache rein, dass ihre Ex ihr zwar Hallo gesagt, sie aber nicht mit Küsschen, Umarmung und Small-Talk empfangen hat. Ich, meine Freundin, No.22 (alias “die B”) und Mush No.3’s Mitbringsel (No.7) runzeln die Stirn. “Ja, sei froh, dass die überhaupt noch mit dir spricht. Nach allem, was da zwischen euch abgegangen ist… Und jetzt komm runter, trink deinen Schnaps und schalt auf Party-Mode.”

Gesagt, getan. Mittlerweile stehen sogar schon die Grrrls mit Tickets an, aber binnen 5min sind wir drin. Ich blicke mich um und will gleich wieder gehen. Es ist die Elle-World. Die Party, auf die ich mich mal freuen konnte. Als noch nicht alle die G-Star-Uniform und den Bieber trugen und die Musik noch halbwegs erträglich war. Aber ich hab mal irgendwo gehört, dass negative Erinnerungen über die Jahre immer etwas nachlassen und positiver gesehen werden als sie waren…

Text

Steht bei euch (im Rhein-/Ruhrgebiet) ne fette Szeneparty an oder vielleicht einfach nur der Restefick auf ‘ner Ü50-Party und wollt ihr, dass sich da endlich mal ein paar neue Gesichter tummeln, wovon zwei auch noch zu beknackten Ollen gehören, die sich wie die Axt im Walde benehmen?

Sagt uns wann und wo eine must-go Party stattfindet und wir crashen sie mit Vergnügen!larrrr